Viele Dinge zwischen Himmel und Erde sind höchst rätselhaft. Eines der spannendsten Themen in diesem Zusammenhang ist zweifellos die Reinkarnation. Kritiker dieser Idee behaupten, es fehle an Beweisen. Doch selbst sie müssen einräumen, dass eine Reihe von Indizien dafür sprechen, dass Reinkarnation möglich ist.
Was ist Reinkarnation?
Inkarnation ist die Verkörperung von etwas Geistigem. Folglich bedeutet Reinkarnation die erneute oder wiederholte Verkörperung, also die Vorstellung, dass die Seele nach dem Tod in einen anderen Körper übergeht. Aus dem Lateinischen übertragen bedeutet Reinkarnation „Wiederfleichwerdung“. Im Verlauf der Geschichte und in unterschiedlichen Religionen wurden verschiedene Begriffe benutzt, um diese Idee zu beschreiben. Angefangen bei Seelenwanderung über Wiedergeburt bis hin zu Reinkarnation. All diesen Begriffen liegt der Gedanke zugrunde, die Seele oder ein weiterexistierender mentaler Prozess könne nach dem körperlichen Tod einer Person in einem anderen Geschöpf (Mensch, Tier oder Pflanze) fortleben beziehungsweise wiedergeboren werden.
Die empirische Reinkarnationsforschung nähert sich der Frage mit wissenschaftlichen Methoden. Herausragend ist hier der Parapsychologe Ian Stevenson, der umfassendes Forschungsmaterial zusammengetragen und ausgewertet hat. Mittlerweile ist eine beachtliche Anzahl von Fällen wissenschaftlich dokumentiert, in denen Personen Hinweise darauf geben, dass sich in ihnen jemand verkörpert, der zuvor bereits einmal auf dieser Welt war.
Reinkarnationstherapie (auch Rückführungstherapie oder Regressionstherapie)
In der Psychiatrie gibt es verschiedene Ansätze, die davon ausgehen, dass die Ursache gegenwärtiger Probleme teilweise in lange zurückliegenden (meist vergessenen oder verdrängten) Ereignissen zu suchen ist. Dazu gehört beispielsweise die Traumatherapie.
Die Reinkarnationstherapie geht von dem Ansatz aus, bestimmte gegenwärtige Probleme einer Person haben ihre Ursache in einem früheren Leben. Vorreiter war der englische Psychiater Deny Kelsey, der 1968 die erste Abhandlung über Rückführungstherapie veröffentlichte. Bei der Behandlung seiner Patienten wandte Kelsey die klassische Hypnotherapie an. Seither gibt es eine Vielzahl von Veröffentlichungen zum Thema. Im deutschsprachigen Raum ist insbesondere Thorwald Dethlefsen hervorzuheben.
Im Verlauf einer Reinkarnationstherapie wird versucht, dieses vergangene Leben während einer „Rückführung“, zu erinnern. Indem die für das gegenwärtige Problem verantwortliche Situation noch einmal durchlebt wird, können die Erinnernden aus den Erfahrungen dieses vergangenen Lebens lernen, was sie schließlich zur Lösung ihrer akuten körperlichen und/oder psychischen Probleme befähigt. Für eine Rückführung werden die Klienten meist in Hypnose oder leichte Trancezustände versetzt. Einige Therapeuten arbeiten mit Meditation, andere verzichten völlig auf die Anwendung einer der genannten Techniken.

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