Klebstoffe sind Prozesswerkstoffe, die es in unterschiedlichen Varianten und mit verschiedenen Wirkprinzipien gibt. Definiert sind sie durch die DIN EN 923 und durch ÖNORM als nichtmetallische Werkstoffe mit der Fähigkeit, Fügeteile durch Flächenhaftung und innere Festigkeit zu verbinden. Damit sind die Adhäsions- und Kohäsionseigenschaften der Klebstoffe gleichermassen für ihre Wirksamkeit entscheidend.

repair-891422_1280Zusammensetzung der Klebstoffe
In Ausnahmefällen sind anorganischen Verbindungen die Basis, so bei Klebern mit Natrium- oder Kaliumsilikat sowie Zement, überwiegend dienen aber organische Verbindungen als Grundlage zum Kleben. Dieses gehört zu den ältesten Techniken der Menschheit und ist seit mindestens 220.000 Jahren belegt (mit Birkenpech), gleichzeitig zählt es durch die permanente Weiterentwicklung zu den modernsten Fügeverfahren. Seine wirtschaftliche Bedeutung ist sehr hoch, kaum eine moderne Fertigung kommt ohne Kleben aus. Die Nachfrage nach entsprechend differenzierten Klebstoffen wird daher zweifellos noch steigen, bis 2020 könnte der globale Markt mit Klebstoffen deutlich über 50 Milliarden Dollar umsetzen. Die Einteilung von Klebstoffen erfolgt nach ihrer chemischen Basis und nach ihrem Verfestigungsmechanismus. Unter den organischen Verbindungen sind natürliche Bestandteile von Klebern Proteine wie Casein und Glutin, Kohlenhydrate wie Stärke und Zellulose, des Weiteren Harze, Tannine und Lignin. Organische, aber synthetische Basen sind Kohlenwasserstoff-Verbindungen zusammen mit Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel und Chlor. Andere Kleber enthalten Silikone oder anorganische Verbindungen wie Metalloxide, Silikate, Borate und Phosphate. Nach dem Verfestigungsmechanismus werden physikalisch abbindende oder chemisch härtende Kleber sowie Haftklebstoffe ohne Verfestigungsmechanismus unterschieden. Weitere Unterscheidungen finden in Nassklebstoffe mit Lösemitteln, Dispersionsklebstoffe, Schmelz-, Kontakt-, Cyanacrylat-, Methylmethacrylat- und Phenol-Formaldehydharz-Klebstoffe statt.

Klebstoffe im Einzelnen
Die Produktliste weist unterschiedlichste Arten von Klebern aus, deren Unterscheidung sich aus den oben erwähnten Merkmalen erschliesst. Für den Anwender sind eher die praktischen Eigenschaften und der Einsatzzweck interessant. Polyflex 466 etwa ist ein Einkomponenten-Konstruktionsklebstoff für das Bauwesen, er basiert auf MS-Polymeren und weist eine hohe Klebekraft auf. Gleich nach der Montage entsteht eine hohe innere Festigkeit. Polyflex ist frei von Lösemitteln und Isocyanaten, der Einsatz dient der haftstarken Verklebung im Innenbereich. Wand- und Deckenverkleidungen, Lärmschutz- und Wärmedämmplatten, Fensterbänke und -rahmen, Türschwellen und Sockelleisten werden damit verklebt, die aus unterschiedlichsten Materialien wie Schaumstoff, Metall und Holz, Holz- und Mineralwolle, Polyurethan und Polystyrol oder auch Gips bestehen. Dow Corning 896 ist ein dauerelastischer Montagekleber, hier ist die Basis neutralvernetzendes Silikon. Dieses bringt den Vorteil der hohen Anfangs- und Endfestigkeit mit, dabei härtet es schnell durch. Hiermit werden Fassadenpaneele aus Aluminium, Keramik, HPL (High Pressure Laminate) und Faserzement verklebt. Glastic 475 HM-LC ist ein niederleitfähiger, hochmoduliger und primerloser Scheibenkleber wiederum auf MS-Polymer-Basis, während Polypren 8944 bei Bauvorhaben als lösemittelfreier und pastöser Kleber Unebenheiten ausgleicht. Er ist dauerelastisch und schleifbar, darüber hinaus greift er Styropor nicht an. Die einzelnen Klebstoffe (https://www.gyso.ch/de/shop/kleben/klebstoffe) eignen sich praktisch für jeden Einsatzzweck und lassen sich nach dem Bereich, der Branche, der Anwendung, der Produktgruppe und der Zertifizierung herausfiltern.

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